Dreetzer erleichtert und stolz

Das Feuerwehrhaus konnte nach Monaten unzähliger freiwilliger Arbeitseinsätze seiner Bestimmung übergeben werden und das neue Einsatzfahrzeug ist auch da

Amtsdirektor Dieter Fuchs übergab dem Ortswehrführer Thomas Dalchow am Freitag den symbolischen Schlüssel. Den haben die Dreetzer im Grunde selbst gebacken.

Die Freude der Dreetzer Feuerwehrleute war unübersehbar und auch ihre Erleichterung, es endlich geschafft zu haben. Sie übernahmen am Freitagabend offiziell ihr frisch saniertes Gerätehaus.
Seit dem Frühjarh war daran gearbeitet worden - die Fahrzeughalle vergrößert, ein Schulungsraum eingerichtet, die Sanitäranlagen modernisiert. Und die Dreetzer selbst - vor allem, aber nicht nur die Feuerwehrwehrleute - haben mit unzähligen Arbeitsstunden nach Feierabend und an den Wochenenden, mit Spenden und unentgeltlichen Leistungen den entscheidenden Beitrag dazu geleistet.
Denn eigentlich war nicht genug Geld für das Vorhaben da.
Jahrelang hatten die Dreetzer auf einen Ersatz für ihr arg in die Jahre gekommenes Einsatzfahrzeug geofft - einen 1990 angeschafften Pritschenwagen vom Typ "LO". Klar war aber auch, dass der neue Einsatzwagen nicht in den Klinkerbau aus dem Jahre 1910 hineinpassen würde. Der Umbau war unvermeidlich, zumal die Bedingungen in dem Haus im Grunde noch denen der Nachkriegszeit entsprachen. Die Idee, in ein neues Quartier umzuziehen, wurde bald aus Kostengründen verworfen. Doch auch die Erweiterung des alten Hauses um einen Anbau plus Nutzung des Dachgeschosses blieb eine Herausforderung. Gut 270.000 Euro waren dafür veranschlagt. Aussicht auf Fördermittel bestand nicht. Mich Ach und Krach brachte das Amt Neustadt knapp 200.000 EUR zusammen. Den Rest wollten die Feuerwehrleute irgendwie selbst bewältigen.
"Das war ein großer Anspruch", schätzte Neustadts Amtsdirektor Dieter Fuch am Freitag zurücklickend ein. Die Zahl der von den Feuerwehrleuten beim Bau geleisteten Arbeitsstunden bewege sich weit im vierstelligen Bereich. Fast immer mit dabei war beispielsweise Claus Reinicke, seit mehr als 50 Jahren in der Feuerwehr und längst nicht mehr im aktiven Dienst.
Vor allem einheimische Firmen übernahmen das, was von den freiwilligen Helfern nicht zu leisten war. Und sie schauten dabei nicht auf kurzfristigen Gewinn. "Es wurde vile mehr geleistet, als nachher auf der Rechnung stand", berichtete der Amtsdirektor und erwähnte als Beispiel Burkhard Meier, der für Zimmerer- und Ausbauarbeiten verantwortlich war - neben vielen anderen. Die Argargenossenschaft ebenso wie viele Dreetzer, die nicht Mitglied der Feuerwehr sind. Nur so habe man die Kosten überhaupt bewältigen können, fasste Dieter Fuchs zusammen. "Dieses Jahr hat es in sich gehabt und verdient einen besonderen Eintrag in der Chronik."
Das Ergebnis ist ein echtes Schmuckstück mitten im Dorf. Hinter dem verglasten Fachwerk blitzt das dieser Tage ausgelieferte neue Einsatzfahrzeug. Dafür hatte das Amt Neustadt erneut tief in die Tasche gegriffen. Auch das war Freitag Grund zum Feiern.
Bürgermeister Bernd Schindler, einst selbst aktiver Feuerwehrmann, gehörte selbstverständlich zu den vielen, die zum Gratulieren kamen. Das modernisierte Haus sei eine gewaltige Leistung aller Mitglieder der Wehr. "Das ist ein Ehrenamt, das man nicht unterschätzen sollte. Dahinter stehen Familien, die dabei fast schon in die Kriese gekommen sind."
Der Amtswehrführer Heino Arndt sprach dem Ortswehrführer Thomas Dalchow und seinen Kameraden uneingeschränkte Hochachtung aus. Arndts Fazit: "Thomas hat hier 'ne dufte Truppe."
Die Dreetzer Feuerwehr zählt auch sonst zu den rührigsten weit und breit. Die Zahl der aktiven Einsatzkräfte (27) übersteigt die Sollstärke deutlich. Das ist längst die Ausnahme. Hinzu kommen eine äußerst aktive Jugend und einer ebenso rege Alters- und Ehrenabteilung. Dreetz, so Dieter Fuchs, habe nun alle drei Elemente, die eine gute fnktionierende Feuerwehr ausmachen: "Das Haus muss stimmen, die Technik und natürlich die Kameraden."
Am 30. April will die Feuerwehr das noch mit allen Dreetzern feiern.

© Märkische Allgemeine Zeitung, Alexander Beckmann (19.12.2016)