Aktuelle Beiträge zur FF Dreetz

Feuerwehr in Feuerlaune - Tag der offenen Tür u. Einweihung neues Fahrezeug

Mit einem großen Fest und zahlreichen Angeboten für Besucher haben die Mitglieder der Dreetzer Feuerwehr am Sonntag ihr neues Depot eröffnet. Zugleich präsentierten sie ihr neues Einsatzfahrzeug – und verabschiedeten mit einem Spalier ihren alten Robur.

Gefühlt war am Sonntag bei der Einweihung des neuen Feuerwehrhauses der Freiwilligen Feuerwehr Dreetz der ganze Ort unterwegs. Es war ein ständiges Kommen und Gehen, alle wollten das neue Feuerwehrhaus sehen. Nachdem es doch viele Jahre gedauert hat – der erste Antrag der Feuerwehr stammt aus dem Jahr 2015 – waren die Dreetzer wohl neugierig, ob das Sprichwort: „Was lange währt, wird endlich gut“ in diesem Fall auch stimmt.

Es war alles gut, die Würste brutzelten, der selbstgebackene Kuchen duftete herrlich, die Sonne strahlte und kühle Getränken gab es auch. Für das leibliche Wohl waralso bestens gesorgt. Auch das Wetter meinte es gut mit den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr Dreetz, die ihr umgebautes und frisch saniertes Feuerwehrhaus und den neuen Löschwagen nun endlich der Öffentlichkeit präsentieren konnten.

Der Umbau sei dringend erforderlich gewesen, versicherte Wehrführer Thomas Dalchow. Aufgrund des neuen Einsatzfahrzeuges TSF W, das den 1990 in Dienst gestellten alten Pritschenwagen Robur LO ablösen sollte, hätte das neue Fahrzeug nicht mehr in die Fahrzeughalle hineingepasst. Zudem seien die Anforderungen an Brandschutz und technische Hilfeleistungen in den vergangenen Jahren sowohl quantitativ als auch qualitativ immer weiter gestiegen, sagte Dalchow. Aufgrund des aktuellen Brandschutzbedarfsplanes seien die Modernisierung des Feuerwehrhauses sowie die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs unausweichlich gewesen.

Im Juni 2015 berieten die Feuerwehrleute mit Amtsdirektor Dieter Fuchs darüber, ob das alte Feuerwehrgerätehaus saniert oder doch besser ein neues Quartier bezogenwerden sollte. Aus Kostengründen wurde diese Idee damals verworfen. 270 000 Euro sollte der Umbau kosten – zu viel für das Amt Neustadt, das nur 200 000 Euro bereitstellen konnte. Der restliche Betrag von 70 000 Euro wurde schließlich von den 25 aktiven und vielen passive, ja sogar einige Nicht-Mitgliedern der Feuerwehr in rund 4500 Arbeitsstunden in einem Jahr durch Eigenleistung für das neue Feuerwehrhaus erbracht.

Wehrführer Thomas Dalchow zeigte sich am Sonntag in seiner Eröffnungsrede stolz auf die Leistung der Wehr. Er bedankte sich bei jedem einzelnen Mitglied seiner Mannschaft, ohne deren unermüdlichen Einsatz zusätzlich zum normalen Übungs-, Ausbildungs- und Einsatzbetrieb das alles nicht möglich gewesen wäre. Er dankte auch den Angehörigen, Frauen und Kindern, die während der Bauzeit einiges hätten ertragen und auf vieles hätten verzichten müssen. Dalchow betonte, dass durch die enorme Eigenleistung der Kostenrahmen eingehalten werden konnte.

Einen besonderen Dank erhielten Klaus Reinike und Burkhard Meier. Sie hätten sich mit ihren Fachkenntnissen und erheblichem Zeitaufwand beim Bau eingebracht. 8000 Euro spendeten die Dreetzer für ihre Feuerwehr, dieses Geld wurde zum Teil für die neue Küche, die Schränke der Jugendfeuerwehr und das Fest investiert. „Das neue Gerätehaus stärkt die Sicherheit der Gemeinde. Es ist kein Geschenk für die Feuerwehr, sondern für die Bevölkerung“, betonte der Wehrführer. Kreisbrandmeister Wolfgang Hohenwald bekräftigte, das nicht für das Heute, sondern für die nächsten Jahrzehnte gebaut worden sei. Der Dreetzer Bürgermeister Bernd Schindler freute sich über den Umbau. Das neue Gebäude hinterlasse einen modernen und angenehmen Gesamteindruck und werte den öffentlichen Bereich auf, sagte er.

Besonders interessant waren am Sonntag für die Besucher die Führungen durch das neue Feuerwehrhaus, von der Fahrzeughalle bis zum ersten Stock wurde alles voller Stolz gezeigt. Das Ergebnis konnte sich aber auch sehen lassen. Neben der rund 100 Quadratmeter großen Halle sind in einem zweiten Teil unter anderem die Umkleidekabine der 25 Einsatzkräfte und auch die Umkleidekabine der Jugendfeuerwehr untergebracht, berichtete die Jugendwartin Doreen Erpen den Gästen. 23 Jugendfeuerwehrmitglieder und sechs der neu gegründeten Kinderfeuerwehr haben nun einen eigenen Platz gefunden. Im mittleren Teil der Halle führt eine Treppe zu einem 80 Quadratmeter großen Gruppen- und Schulungsraum mit Küche, Dutschen und Toiletten.

An diesem Wochenende gab es für jeden etwas – ob Hüpfburg, Feuerwehrfahrten, Basteln, Stockbrotbacken oder von der Drehleiter aus auf Dreetz schauen. Zahlreiche Besucher versuchten auch, sich aus einem auf dem Dach liegenden Auto zu befreien. Am Abend gab es einen großen Festumzug mit dem Neustädter Fanfarenzug – und zum Finale einen bewegenden Moment, als das alte Löschfahrzeug Robur LO LF8 mit einem Spalier verabschiedet wurde. Rund 1100 Einsätze hat es hinter sich. Seinen geselligen Ausklang fand der Dreetzer Festtag schließlich beim Tanz in den Mai.


Von Ronny Leßmann, MAZ online